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Verschiedene Tipps und Techniken mit Acrylfarbe

Kaum eine Farbe ist so vielseitig wie Acryl. Sie kann dick und pastos auf den Malgrund aufgetragen, aber auch stark mit Wasser verdünnt und lasierend in mehreren Schichten übereinander gelegt werden. Mit verschiedenen Hilfsmitteln vermischt oder unterlegt entstehen aufregende Strukturen, die nach Wunsch modelliert werden können. Acrylfarbe kann mit dem Pinsel vermalt, mit einem Schwamm verwischt, mit einem Spachtel aufgetragen oder mit einer Bürste aufgespritzt werden. Kombinationen aus diesen Techniken ermöglichen ein Gestalten mit einem großen Spielraum.

 

- Nass - in - Nass -Technik für weiche Übergänge

Bei diesem Verfahren werden verschiedene Farben auf dem Malgrund miteinander vermischt. Dazu gibt man mehrere auf den Pinsel und vermalt sie dann oder sie werden direkt auf dem Malgrund verteilt und können dort ineinander fließen, solange sie nass sind. Man kann auch in die feuchte Farbfläche hineinmalen, sodass weiche Übergänge entstehen.

- Lasurtechnik für transparente Schichten

In diesem Fall werden verschiedene Farbflächen übereinander gelegt. Wichtig ist, dass jede Farbschicht zunächst gut abtrocknet. Die Farbe wird stark mit Wasser verdünnt, um sie transparent zu machen. Die darunter liegenden Schichten schimmern durch die oberste hindurch und verstärken so den plastischen Effekt, denn trotz der Verdünnung leuchten die Farben unvermindert stark.

- Granulieren betont Papierkörnung

Hierbei wird die Acrylfarbe unverdünnt mit einem trockenen Pinsel leicht über die Oberfläche des möglichst rauen Malgrundes gestrichen. Besonders überraschende Ergebnisse bekommt man, wenn der Malgrund vorher mit einer Strukturpaste bearbeitet wurde, in die man zusätzlich Sand streuen oder andere Stoffe eindrücken kann. Sie können auch auf dick aufgetragene feuchte Farbe gegeben werden, die dann erst trocknen muss, bevor man mit dem Granulieren beginnt.

- Spritztechnik für spontane Akzente

Für einen lebhafteren Ausdruck kann zusätzlich Farbe auf eine bemalte Fläche gespritzt werden. Je nach Größe des Formats verwendet man dafür eine Spülbürste oder eine Zahnbürste. Geben Sie etwas Farbe auf die Bürste und fahren Sie mit dem Fingernagel über die Borsten, sodass die Farbe auf das Bild spritzt. Für größere Kleckse können Sie Farbe mit Ihren Fingerspitzen auf den Malgrund schnipsen. Decken Sie für diese Aktion die Umgebung gut ab und schützen Sie auch Ihre Kleidung!

- Spachteln für plastische Effekte

Bei dieser Methode bewirkt man einen 3-D-Effekt. Die Farbe wird mit Hilfe eines Spachtels oder Palettmessers auf den Malgrund aufgetragen. Je nachdem, wie das Werkzeug gehalten wird, entstehen entsprechende Muster, die man noch verstärken kann, indem man mit der Spitze Wellen oder Ähnliches in die Farbe einritzt. Sie können den Spachtel auch flach auf die frische Farbe legen und dann ruckartig abziehen.

- Strukturieren mit Pasten

Noch plastischer wirkt gespachtelte Farbe, wenn sie mit Strukturpaste kombiniert wird. Sie können den Malgrund zunächst mit Strukturpaste bearbeiten und Muster mit dem Spachtel formen. Nach dem Trocknen kann die Farbe aufgetragen werden. Wenn Sie die Farbe leicht verdünnen, fließt sie in die tiefer gelegenen Stellen des Malgrunds und erscheint dort dunkler, während die erhabenen Partien hell bleiben. Das sieht schon mit nur einer Farbe interessant aus. Natürlich können Sie diese Basis weiter bearbeiten und mehrere Farben hinzufügen.

Sie können die Farbe aber auch gleich mit Strukturpaste oder Gel vermischen und auftragen. Solange diese Mischung noch feucht ist, können Sie sie bearbeiten und auch Sand, Papier, Folie, Gaze und viele andere Werkstoffe eindrücken. Nach dem Trocknen kann alles beliebig eingefärbt oder so belassen werden, um den Kontrast zwischen den verschiedenen Materialien herauszuarbeiten.

- Abziehtechnik für abstrakte Ergebnisse

Einfach aber wirkungsvoll ist das Prinzip dieser Methode: Feuchte Farbfelder werden mit Hilfe von Pappstücken ineinander gezogen, sodass spontane Mischungen und Schlieren entstehen. Dabei können senkrechte und waagerechte Bewegungen miteinander kombiniert oder einzelne Farben in das Bild hineingespachtelt werden. Halten Sie nach jedem Malzug inne und betrachten die gesamte Wirkung. Die Kunst ist, rechtzeitig aufzuhören, bevor zu viele Details im Bild verwirren!



Die oben beschriebenen Tipps stammen von der Künstlerin und Autorin Andrea Lübke.

Sie unterliegen dem Urheberrecht und erfordern deren schriftliche Erlaubnis.

 

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